Tarifvertrag chemie doktor

Neben den Löhnen (das erste Thema der Tarifverhandlungen auf Unternehmensebene – 11.800 Vereinbarungen im Jahr 2017 von insgesamt 32.248) sind die anderen Hauptthemen Arbeitszeit (8.114 Vereinbarungen), Beschäftigung, insbesondere die Frage der Ableiben älterer Arbeitnehmer in Beschäftigung (3.132 Vereinbarungen) und die Gleichstellung der Geschlechter (3.817 Vereinbarungen). Dies ist auch eine Folge von Rechtsvorschriften, die die Sozialpartner verpflichten, regelmäßig über Geschlechterfragen und die Beschäftigung älterer Arbeitnehmer zu verhandeln. Die Verhandlungsverpflichtung der Sozialpartner ist auf das historische Umfeld der Arbeitsbeziehungen zurückzuführen, da die Unternehmen verpflichtet sind, jährlich über eine Reihe von Themen (Löhne, Arbeitszeit, Arbeitsorganisation, kollektive Krankenversicherung, finanzielle Beteiligung usw.) oder auf mehrjähriger Basis (Gleichstellung der Geschlechter, Beschäftigung behinderter Arbeitnehmer) zu verhandeln. Üblicherweise besteht die Verpflichtung darin, zu verhandeln, aber keine Einigung zu erzielen. In Fragen der Gleichstellung der Geschlechter oder älterer Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber jedoch eine Einigung erzielen oder, wenn die Sozialpartner nicht zustimmen, einen Aktionsplan verabschieden. Die vom Arbeitsministerium eingeleitete jährliche Bewertung der Tarifverhandlungen gibt einen Überblick über die wichtigsten Themen, die auf Branchen- und Unternehmensebene ausgehandelt werden. Die Lohnquote ist in Frankreich sehr hoch, und die ECS-Zahlen scheinen die tatsächliche Abdeckung zu unterschätzen. In Wirklichkeit sind fast alle Arbeitnehmer durch sektorale nationale Lohnvereinbarungen abgedeckt. Die jüngsten nationalen Daten sind sehr veraltet, aber sie zeigen, dass die Abdeckung zwischen 1997 und 2004 von 93,7 % auf 97,7 % der Beschäftigten im privaten Sektor gestiegen ist. Die Erhebung, auf der die Zahlen basieren (ACEMO), wurde eingestellt.

Ministére du travail, Direction Générale du Travail (DGT) (2018), La négociation collective en 2017 [Collective bargaining in 2017], DARES, Paris. Das gesamte Arbeitsrecht, einschließlich der Regelungen zur Arbeitgebervertretung, Gewerkschaftsvertretung und Tarifverhandlungen, ist in das Arbeitsgesetzbuch integriert. Seit 2015 hat sich das Arbeitsgesetzbuch erheblich geändert, wobei die wichtigste Reform die Einführung des Gesetzes über Beschäftigung und sozialen Dialog ist. Ziel des Gesetzes 2015-994 vom 17. August 2015 ist es, die Organisation von Informations- und Beratungsstellen zu vereinfachen und die Vertretung von Arbeitnehmern in Unternehmen mit weniger als 11 Beschäftigten zu gewährleisten. Im November 2015 fand eine große Reform des Arbeitsrechts statt. Die Reform (Gesetz 2016-1088 vom 8. August 2016) enthält neue und wichtige Arbeitszeitregelungen, die Vereinbarungen auf Unternehmensebene Vorrang vor Branchenvereinbarungen einräumen. Die SEC kann entweder auf Unternehmensebene oder auf Niederlassungsebene gebildet werden, wenn auch eine zentrale SEC eingerichtet wird. Die SEC erhält von den Arbeitgebern Informationen zu Themen wie den wirtschaftlichen und sozialen Aspekten des Unternehmens und der neuen Technologie. Die SEC wird zur strategischen Ausrichtung des Unternehmens konsultiert.

Sie reagieren auch auf formelle Konsultationen der Arbeitgeber zu Themen wie Entlassungen und Berufsausbildung (ohne formelle Verhandlungsmacht) und sind für die Verwaltung sozialer und kultureller Aktivitäten zuständig, für die sie über ein tarifvertraglich festgelegtes Budget verfügen. Andernfalls verfügt die SEC über ein funktionierendes Budget in Höhe von 0,2 % der jährlichen Lohnsumme des Unternehmens oder 0,22 % in Unternehmen mit mehr als 2.000 Beschäftigten. Die SEC wird auch die Aufgaben der ehemaligen Personaldelegierten (Die Darstellung individueller und kollektiver Beschwerden gegenüber der Geschäftsleitung und die Gewährleistung der Umsetzung von Rechtsvorschriften und Tarifverträgen) sowie die Rolle des Ausschusses für Sicherheit und Arbeitsbedingungen übernehmen. Die Dezentralisierung der Tarifverhandlungen führt zu einer sehr schwachen Koordinierung der Lohnverhandlungen. Die Sozialpartner auf Unternehmensebene verfügen über wichtige Autonomie, um über die Lohnentwicklung zu verhandeln, da nur Mindestsätze auf sektoraler Ebene ausgehandelt werden.